13 Learnings aus 13 Jahren Private Markets

mit Patrick Strittmatter

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Marc Erni, Partner Direct Investments bei Verium AG

Patrick Strittmatter
Investment Manager

In den vergangenen 13 Jahren hat Patrick Strittmatter unzählige Fondsmanager kennengelernt, Due-Diligence-Prozesse begleitet und Investitionsentscheidungen analysiert. Dabei haben sich einige Grundsätze herauskristallisiert, die unabhängig von Marktzyklen, Strategien oder Trends Bestand haben. In diesem Beitrag teilt er 13 Learnings aus 13 Jahren Private Markets und erläutert, worauf es für Investoren wirklich ankommt.

1. Private Markets sind kein einmaliges Investment, sondern ein ganzes Programm.

Viele Anleger beschäftigen sich intensiv mit ihrem ersten Fonds-Commitment und deutlich weniger mit den zehn danach. Der langfristige Erfolg entsteht jedoch selten durch einen einzelnen Fonds, sondern durch den systematischen Aufbau eines Portfolios über viele Jahre hinweg. Wer regelmässig investiert, verschiedene Vintages abdeckt und auch in schwierigen Marktphasen diszipliniert bleibt, schafft eine bessere Grundlage für ein robustes Private-Markets-Portfolio.

2. Diversifikation passiert nicht von selbst

Viele Investoren glauben, sie seien diversifiziert, weil sie in mehreren Fonds investiert haben. In Wirklichkeit kann ein Portfolio trotzdem stark von denselben Märkten, Strategien oder sogar denselben Unternehmen abhängig sein. Echte Diversifikation bedeutet, bewusst über Vintages, Regionen, Strategien, Manager und Unternehmensgrössen hinweg zu investieren.

3. Der grösste Renditetreiber ist die Managerwahl

In öffentlichen Märkten folgen viele Investoren einfach dem Index. In Private Markets funktioniert das nicht. Die Unterschiede zwischen den besten und schwächsten Fondsmanagern sind deutlich ausgeprägter als in vielen liquiden Anlageklassen. Zugang allein reicht deshalb nicht aus. Entscheidend ist, die Qualität, Wiederholbarkeit und Disziplin eines Managers wirklich zu verstehen.

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Hinter jedem Track Record steckt eine Geschichte

Eine hohe Rendite allein sagt erstaunlich wenig aus. Entscheidend ist zu verstehen, wie sie entstanden ist: Wurde Wert durch operative Verbesserungen geschaffen? Durch profitables Wachstum? Durch Buy-and Build? Oder primär durch günstige Marktbedingungen, hohe Verschuldung oder steigende Bewertungen? Ein Track Record ist nur dann wirklich überzeugend, wenn die Wertschöpfung nachvollziehbar und wiederholbar erscheint.

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Fremdkapital kann Renditen erhöhen aber keine Wertschöpfung ersetzen

Leverage wirkt in guten Zeiten beeindruckend. In schwierigeren Marktphasen zeigt sich jedoch, ob ein Manager tatsächlich Mehrwert schafft oder lediglich Rückenwind genutzt hat. Die überzeugendsten Teams steigern den Wert ihrer Unternehmen durch operative Verbesserungen, strategische Weiterentwicklung und nachhaltiges Wachstum, nicht durch finanzielle Hebel allein.

6. Am Ende investieren wir in Menschen

Jeder Fonds hat eine Strategie. Entscheidend ist jedoch, wer diese Strategie umsetzt. Über die Jahre habe ich gelernt, dass Teamstabilität, Nachfolgeplanung, Entscheidungsprozesse und Unternehmenskultur oft wichtiger sind als die perfekte Präsentation. Besonders kritisch ist es, wenn zu viel Verantwortung von einer einzelnen Person oder einem sogenannten Rainmaker abhängt.

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Die beste Struktur nützt wenig, wenn die Anreize falsch gesetzt sind

Anreizsysteme beeinflussen Entscheidungen. Wenn Fondsmanager, Investmentteams und Investoren langfristig dieselben Ziele verfolgen, entstehen meist die besten Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg. Deshalb achte ich nicht nur auf die Höhe des GP Commitments, sondern auch darauf, wie Anreize innerhalb des Teams verteilt sind und ob die relevanten Personen langfristig gebunden werden.

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Der Teufel steckt im Kleingedruckten

Die spannendsten Diskussionen drehen sich oft um Marktchancen, Dealflow und Wertschöpfungspotenziale. Mindestens genauso wichtig sind jedoch Governance-Regelungen, Gebührenstrukturen, Interessenkonflikte, Key-Person-Klauseln, Laufzeitverlängerungen oder Co-Investment-Allokationen. Gerade in illiquiden Anlagen können solche Details später entscheidend werden.

„Über die Jahre habe ich gelernt, dass Teamstabilität, Nachfolgeplanung, Entschiedungsprozesse und Unternehmenskultur oft wichtiger sind als die perfekte Präsentation“

Patrick Strittmatter.

Patrick Strittmatter
Investment Manager

9. Nicht jede Abkürzung führt schneller ans Ziel

Secondaries und Co-Investments können wertvolle Werkzeuge sein. Sie können den Portfolioaufbau beschleunigen, die J-Curve reduzieren, Gebühren optimieren oder gezielte Exposures ermöglichen. Doch auch hier gilt: Ein attraktiver Preis oder eine günstige Gebührenstruktur ersetzen keine saubere Due Dilligence.

10. Liquidität wird überschätzt und Liquiditätsplanung meistens unterschätzt

In Private Markets wird selten das gesamte Kapital sofort investiert. Kapitalabrufe und Ausschüttungen erfolgen über Jahre hinweg. Wer diese Dynamik versteht und aktiv plant, schafft die Grundlage für ein langfristig tragfähiges Portfolio. Besonders wichtig ist dabei, Commitments, Kapitalabrufe, Ausschüttungen und Recommitments aufeinander abzustimmen.

11. Obwohl Market Timing verlockend ist, ist Konstanz meist erfolgreicher

Jeder Anleger würde gerne zum perfekten Zeitpunkt investieren. Meine Erfahrung zeigt jedoch, dass dieser Zeitpunkt meist erst im Rückspiegel sichtbar wird. Ein disziplinierter Aufbau über mehrere Jahre hinweg reduziert das Risiko, zu viel Kapital auf das falsche Marktumfeld zu setzen.

12. Exklusiver Zugang ist kein Qualitätssiegel

Investoren sprechen oft über begehrte Fonds und schwer zugängliche Manager. Doch Bekanntheit allein garantiert keine zukünftige Qualität. Strategien, Teams, Fondsgrössen und Märkte verändern sich. Auch etablierte Manager müssen deshalb bei jedem neuen Fonds erneut kritisch geprüft werden.

13. Transparenz wird oft erst dann geschätzt, wenn sie fehlt

Private Markets sind komplex und illiquide. Gerade deshalb sind verständliches Reporting, nachvollziehbare Werttreiber und eine offene Kommunikation zentral. Investoren sollten jederzeit verstehen können, was im Portfolio passiert, wo Wert geschaffen wird, welche Risiken bestehen und wie sich Kapitalabrufe, Ausschüttungen und Bewertungen entwickeln.

Fazit

Diese 13 Learnings basieren auf unzähligen Managergesprächen, Due-Diligence-Prozessen, Fondsanalysen und Investitionsentscheidungen der letzten 13 Jahre.
Die gute Nachricht: Um von diesen Erfahrungen zu profitieren, müssen Sie nicht selbst 13 Jahre warten.

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